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Deister-Leine-Zeitung, 11.01.2007 |
Argestorfer absolviert ein Sozialpraktikum in Indien |
Nimai Karthaus berichtetüber Zeit bei "Helpers of Mary"Argestorf (mi). Nimai Karthaus ist erst 18 Jahre alt, geht in die 12. Klasse der Freien Waldorfschule Sorsum (FWS), hat eine besondere vierwöchige Praktikumszeit in Indien hinter sich und arbeitete in dieser Zeit bei den katholischen Ordensschwestern in der "Society of the Helpers of Mary" in der riesigen 12,9-Millionenstadt Bombay, die heute Mumbai heißt.
Schon seit längerer Zeit faszinierten den Schüler
die Erzählungen seines Vaters von dem fernen Land Indien. Im Jahre 2002
durfte er das erste Mal mit in das Land. Von da an stieg das Interesse des
jungen Argestorfers. Als im Jahre 2006 ein vierwöchiges Praktikum in der
Waldorfschule heran stand, kam dem damals 17-Jährigen die Idee, ein
Sozialpraktikum in Indien zu absolvieren. Kontakte gab es bereits über den
katholischen Orden "Helpers of Mary", gegründet von der deutschen
Ordensschwester Anna Huberta Roggendorf. Der Orden unterhält in Mumbai
soziale Einrichtungen mit einem Kinder- und Altenheim, Krankenhaus sowie
einer Slum-School. Nimai Karthaus bewarb sich um einen Praktikumsplatz, den
er schon bald erhielt. Von Mitte Juni bis Mitte Juli reiste er mitten in der
Monsunzeit dort hin und kam mit unglaublichen Erlebnissen und Eindrücken
zurück.
Diese Eindrücke will Nimai Karthaus in einem öffentlichen
Erfahrungsbericht am Sonntag, 14. Januar, um 17 Uhr in der Mehrzweckhalle
der FWS in Sorsum mit Sitarmusik und indischem Essen vortragen.
Im DLZ-Gespräch erzählte der Zwölftklässler schon einmal wie er zum
Beispiel die schwierige Monsunzeit in Mumbai erlebt hat, wenn die Straßen
knietief überflutet waren und zur Kloake wurden. Sein Praktikum bestand in
allen möglichen Arbeiten von der Hygiene im Altersheim, Hilfe in der
Slum-School oder im Mädchenheim und Hospitationen im Krankenhaus oder Hilfe
in den Reisfeldern. "Trotz Elend wurde ich Zeuge einer unendlichen Nächstenliebe",
schreibt Nimai in seiner Einladung zu seinem ungewöhnlichen
Erfahrungsbericht.
Nimai Karthaus gesteht aber auch ein, dass er sich nach seinem kurzen
Indienaufenthalt verändert hat und sprudelt nur so heraus: "Mein
Konsumverhalten ist ganz anders geworden. Wenn ich ein Eis esse, denke ich,
wie viele Kinder von dem Geld in Indien satt werden können, dann lasse ich
es lieber. Sehr beeindruckt hat mich die Achtung und der Respekt, der den älteren
Menschen entgegen gebracht wird. Etwa 70 Prozent der Inder sind
Analphabeten. Es ist dort ein großes Privileg, zur Schule gehen zu dürfen.
Mein Ehrgeiz in den schulischen Leistungen hat sich erheblich gesteigert.
Auch die Lebenseinstellung der Inder ist eine ganz andere als bei uns.
Unwichtige Dinge, die hier hochgespielt werden, nimmt man dort gar nicht
erst zur Kenntnis."
Man merkt Nimai Karthaus an, dass er noch immer sehr beeindruckt ist von
seinem Praktikum in Indien. Er hat sich fest vorgenommen, einmal Medizin zu
studieren und nach Indien zu gehen. Es wird ein spannender Sonntagnachmittag
werden, wenn Nimai anfängt zu erzählen in einem Rahmen indischer
Besonderheiten.
Schon lange spielt er die indische Sitar, ein 20-saitiges Instrument mit
zwei Klangkörpern, das einer Langhalsgitarre ähnlich sieht, mit der er mit
seinem Musiklehrer einige Kostproben abgibt, um dann viel von seinen
Erlebnissen wieder zu geben.
Anschließend wird es verschiedene indische Gerichte geben, die der
Vortragende auch erläutert. |