Calenberger Zeitung, 09.09.2004

Die kleinen Flitzer blitzen

Argestorf. Kleiner Hubraum, große Wirkung: Seit fünf Jahren sammelt der Argestorfer Oldtimer-Fan Heinz Cordes historische Mopeds der Baujahre 1950 bis 1980. 34 Exemplare deutscher, italienischer und japanischer Fabrikate stehen bereits in seiner Scheune. Er hat sie zum Teil komplett restauriert. svw

Kleiner Hubraum, großer Spaß

Argestorfer sammelt historische Mopeds

Auch ein kleiner Hubraum kann eine große Leidenschaft auslösen: Der Oldtimer-Fan Heinz Cordes aus Argestorf hat 34 Mopeds aus drei Jahrzehnten in seiner Sammlung.

Von Sven Weisser

Argestorf. Auf Anhieb entdeckt man die kleinen Zweitakter in der großen Werkstattscheune in Argestorf nicht. Ebenerdig verstecken sich einzelne Raritäten in Bestzustand geschützt vor Staub unter alten Bettlaken. Die meisten der 34 Mopeds hat Heinz Cordes aus Platzgründen auf einem mehrere Meter hohen Podest platziert.

Wer dort hinaufsteigt, findet deutsche, italienische und japanische Fabrikate von einer Herkules von 1950 bis zur Kreidler Florett Baujahr 1980, – eine der letzten, die vom Band lief. Zu den absoluten Raritäten zählt die „Hummel“, die Ende der fünfziger Jahre von den Firmen DKW und Victoria hergestellt wurde. „Wegen ihrer außergewöhnlichen und seltenen Form wird sie Blechbanane genannt“, erklärt Cordes. Im restaurierten Zustand zahlen Liebhaber nach Angaben von Cordes bis zu 4000 Euro dafür.

Große Sammlung: Heinz Cordes (64) hat den größten Teil seiner 34 Mopeds auf einem Podest untergebracht. 

Grazil wirkt eine rote und komplett restaurierte Victoria Avanti Baujahr 1958. Kurios und witzig erscheint dagegen die Duo, ein Vehikel mit Fahrerkabine für zwei Personen. Laut Cordes wurde die Duo in der DDR von der Firma Simson auf der Basis der Schwalbe als Fahrzeug für Behinderte und Hebammen gebaut.

Die große Anzahl von Mopeds hat Cordes teils durch gezieltes Suchen, teils durch Tipps von Freunden zusammen bekommen. „Ich habe erst vor fünf Jahren mit dem Sammeln angefangen“, sagt Cordes. Mit einem Freund restaurierte der Autolackierer damals eine alte Kreidler: „Als ich mich draufsetzte und losfuhr, war es um mich geschehen.“ Seitdem lassen ihn die kleinen Flitzer nicht mehr los.

Mit Jugenderinnerungen hat das Hobby bei dem 64-Jährigen allerdings wenig zu tun. Dafür ist er schon Größeres gewohnt. Schließlich kurvte er bereits als 19-Jähriger mit einem amerikanischen Straßenkreuzer Ford Mercury Baujahr 1958 durch das Calenberger Land. Heute ist es ein Cadillac Eldorado Baujahr 1959. Der riesige Oldtimer mit den großen Heckflossen hat mit seinem 6500-Kubikzentimeter-Motor mehr Hubraum als 132 Mopeds zusammen.

Zu den besonderen Raritäten zählt die so genannte Blechbanane. Weißer (2)