Deister-Leine-Zeitung, 27.05.2002

750 Jahre Argestorf: Fast schon eine kleine Expo

Argestorf (fa). Auf den ersten Blick hat Argestorf ja wenig gemein mit der Expo, die vor zwei Jahren das hannoversche Umland in Atem hielt. Trotzdem aber passte der Slogan „Dorf-Expo“ trefflich zu den Feierlichkeiten anlässlich des 750. Geburtstages der Ortschaft am Wochenende.

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Horst Sommerfeld stellte eindrucksvoll unter Beweis, wie mühsam es früher war, einen Trecker vom Typ Lanz Bulldog zur Feldarbeit zu bewegen. Fotos: Fabich

Der Vergleich gelang sogar gleich mehrfach: Alle paar Meter gab es etwas zu entdecken und zu bestaunen, die Zahl der Besucher nahm wie bei der richtigen Expo nach verhaltenem Auftakt mächtig zu und die Fußmärsche zwischen den vielen verschiedenen Attraktionen konnten ganz schön schlauchen. Das umfangreiche Angebot, das Ortsrat und Dorfbeirat zusammen mit einer Vielzahl Helfer und Sponsoren ausgedacht und realisiert hatten, bot allerdings auch für jeden etwas. „Es ist schon toll, was die Argestorfer Dorfgemeinschaft hier auf die Beine gestellt hat“, lobten sogar Funktionsträger aus anderen Ortsteilen. Das bunte Spektakel aus Vorführungen, Mitmach-Aktionen und kulinarischen Genüssen spielte sich auf allen großen Bauernhöfen an der Calenberger Straße sowie rund um das Dorfgemeinschaftshaus und die Reithalle ab. Letztere wurde diesmal nicht nur von Rossen und Reitern bevölkert, sondern auch von kleineren Vierbeinern. So lockten die Agility-Vorführungen mit den gut trainierten Hunden die Schaulustigen geradezu an. Es war manchmal recht amüsant anzusehen, mit welcher Freude die Collies und Schnauzer über den aufgebauten Hindernisparcours fegten. Gleich nebenan auf dem Schaperhof zeigten die Mitglieder der Argestorfer Bauernforst, wie sie ihren Wald bewirtschaften. Mit lautem Getöse ihrer Kettensägen zerkleinerten versierte Forstleute ganze Baumstämme auf Brennholzgröße. Noch übertönt wurden die Sägen vom Knattern eines wie neu heraus geputzten Lanz Bulldog aus dem Jahr 1937, den Horst Sommerfeld aus Barsinghausen zur Schau stellte. Gleich daneben knatterte ein alter Hanomag vor sich hin. Der hatte bis 1982 mehr als 40 Jahre lang auf Argestorfer Feldern gepflügt, ehe er ausgedient hatte. Ergänzt wurde die Oldtimershow durch einen chromblitzenden Straßenkreuzer und andere Fahrzeuge. Eine erstaunliche Wandlung machte das Dorfgemeinschaftshaus durch. Auf dem Vorplatz zeigten Feuerwehr und Rettungsdienste, mit welchen Gerätschaften sie im Ernstfall bei Feuersbrünsten und Unfällen helfen können. Das Gebäudeinnere hingegen verwandelte sich in eine kleine Sporthalle, in der sportinteressierte Besucher ein kleines Match gegen die Tischtennis-cracks der Sportgemeinschaft wagen konnten. Mittelpunkt des Geschehens war der Hof Hische, den zahlreiche Aussteller in einen mittelalterlichen Markt verwandelt hatten. Hier konnte man einem Buchbinder und einem Stuhlmacher bei der Arbeit zusehen, an der Töpferscheibe sein Geschick beweisen oder mit ehemaligen Bergleuten ein Tzscherperfrühstück einnehmen und singen. Für die Kinder gab es auf dem Hof Herbst Ritterspiele mit Bogenschießen, Hufeisenwerfen und Ringe stechen. Auf dem Hof Weiß konnten sich die Schaulustigen verschiedene Schafrassen ansehen und einem Schafscherer bei der Arbeit zusehen. Dass die Argestorfer trefflich zu feiern verstehen, stellten sie in Herbsts Scheune unter Beweis. Mit Sketchen, Comedy, Irish Step Dance, Akrobatik und fetziger Musik von „Street Life“ wurde es eine lange Geburtstagsnacht.