Deister-Leine- Zeitung, 07.09.2005

Löwenzahn pflücken auf dem Rad- und Gehweg

Argestorfer sind empört über jahrelange Untätigkeit / Schild ausgewechselt - Schäden bleiben

Von Heinz Mießen

Argestorf. Die Argestorfer schütteln nur noch mit dem Kopf über die Gleichgültigkeit, mit der die Verantwortlichen über die immer größer werdenden Schäden auf dem Fuß- und Radweg in der Calenberger Straße hinwegsehen.

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Ortsbürgermeister Martin Redecke ist sauer, dass die Löcher auf dem Fuß- und Radweg am Ende der Calenberger Straße und damit die Unfallgefahren immer größer werden. Foto: Mießen

Ortsbürgermeister Martin Redecke bringt zu jeder Ortsratssitzung ein Stück Asphalt mit, das er aus den Löchern von Straßen- und Fußwegschäden auf dem Weg zur Sitzung eingesammelt hat. Am Montagabend legte er wieder einen Brocken auf den Tisch und packte noch ein Büschel Löwenzahn dazu.

Diesmal wurde der sonst eher ruhige und sachliche Ortsbürgermeister deutlicher und prangerte erneut die Missstände auf dem Fuß- und Radweg an, der rechtsseitig der Calenberger Straße in Richtung Bredenbeck verläuft.

"Muss denn wirklich erst etwas passieren, bis der Weg, wieder hergerichtet wird", schimpfte er. Völlig unverständlich sei für ihn schon die Beschilderung, die drei verschiedene Varianten aufweist: Von der Lübecker Straße an steht in Richtung Bredenbeck das Zeichen für Fußgänger. An dem Fußgängerschild steht ein Zusatzschild "Für Radfahrer erlaubt". In der Gegenrichtung von der Lübecker Straße in Richtung Wennigsen ist das Verkehrszeichen 240 für einen gemeinsamen Fuß- und Radweg angebracht.

Wenn man sich den für Radfahrer erlaubten Gehweg einmal ansieht, ist gleich an mehreren Stellen ein katastrophaler Zustand zu entdecken. Ungefähr auf der Hälfte der Strecke fällt der Gehsteig so schräg in Richtung Fahrbahn ab, dass ein Benutzen mit einem Rollator schon erhebliche akrobatische Anstrengungen erfordert, um da sicher durch zu kommen.

Noch schlimmer wird es in Richtung Ortsausgang Bredenbeck. Nicht nur dicke Aufwülstungen, sondern auch tiefe Schlaglöcher erhöhen sowohl für einen Fußgänger als auch für Radfahrer das Unfallrisiko beträchtlich.

Wer ist zuständig? Ist der Gehweg gleichzeitig ein Radweg, obliegt der Landesbehörde für den Straßenbau an der Landesstraße die Verkehrssicherungspflicht. Ist der von Fahrrädern zu benutzende Gehweg jedoch nur als solcher zu bewerten, muss die Gemeinde für den ordnungsgemäßen Zustand sorgen. Und nun kommt das, was den Ortsbürgermeister so auf die Palme brachte: Vor einiger Zeit wurde etwa sechs Meter vor der Straße Im Winkel das Schild mit dem Benutzungsrecht für Fahrräder durch das Fußgängerschild (Zeichen 239) ohne Zusatz ausgetauscht.

Nun wird der Gehweg mit Fahrradbenutzungserlaubnis wieder zum reinen Gehweg. Sicherlich, weil auf der linken Seite der Radweg nach Bredenbeck weiterführt. Doch die Schäden sind weder vor noch nach dem ausgetauschten Schild auf Geh- und Radweg beseitigt.

Dabei dürfte es wahrlich nicht viel kosten, ein paar Buckel zu beseitigen und einige Löcher mit Asphalt zu flicken - wenn man nur wollte. Doch seit Jahren redet sich der Argestorfer Ortsrat den Mund fusselig, ist inzwischen ratlos und fühlt sich in seiner Arbeit überhaupt nicht wahrgenommen.