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Calenberger Zeitung, 14.10.2004 Die Nachfolge von Heerhorst ist ungeklärtPattsituation in Argestorf: Wer wird neuer Ortsbürgermeister?Nach dem Rücktritt von Yorck Heerhorst (SPD) als Ortsbürgermeister ist unklar, wer das Amt übernehmen wird. Der Ortsrat kommt am 1. November zu seiner nächsten Sitzung zusammen und muss einen Nachfolger wählen.Von Martina Steffen Argestorf. „Wir müssen eine Lösung finden, wie es in Argestorf weiter gehen soll“, sagt Heerhorst. Er betonte gestern noch einmal, dass es keine Streitigkeiten mit anderen gegeben habe: „Wir hatten politische Auseinandersetzungen, aber das ist in einem Ortsrat ja wohl normal.“ Außerdem würde er aus solchen Gründen niemals sein Amt aufgeben. „Der Ortsrat hat mich unterstützt, wir haben gemeinsam einiges bewegt“, betont Heerhorst. Auch mit den Vereinen und Verbänden habe er gut zusammengearbeitet. Er wolle das Amt aus beruflichen und privaten Gründen nicht mehr wahrnehmen. Dass auch sein Stellvertreter Friedrich Herbst (CDU) zurücktritt, hat Heerhorst erst am Dienstag erfahren. „Das habe ich vorher nicht gewusst“, sagt der 35-Jährige. Seine Fraktionskollegin Gabriele Knoll ist von dem Rücktritt Heerhorsts völlig überrascht worden. „Jetzt haben wir im Ortsrat eine Pattsituation und keinen Nachrücker“, sagt Knoll. Das müsse in der Fraktion erst einmal besprochen werden. Ihr Parteigenosse Martin Redecke ist zuversichtlich: „Es wird schon weiter gehen“, sagt er. Friedrich Herbst (CDU), stellvertretender Ortsbürgermeister, betont, dass er nicht mit Yorck Heerhorst zusammen zurückgetreten ist. „Ich habe schon Anfang September dem Gemeindedirektor meinen Verzicht erklärt und mit Renate von Mengersen gesprochen“, sagt Herbst. Die Christdemokratin wird für ihn nachrücken. Als Rücktrittsgründe nennt Herbst Querelen im Ortsrat. Dabei gehe es um die zukünftige Aussiedlung landwirtschaftlicher Betriebe im Naturschutzgebiet. Seine Fraktion habe sich eine Prüfung im Einzelfall gewünscht, die SPD hingegen hätte diesen Vorschlag abgelehnt. „Diese Grundstimmung hat mich betroffen gemacht“. Er wolle den Ort aber nicht hängen lassen und werde sich mit den Ortsratsmitgliedern zusammensetzen und nach einer Lösung suchen. |
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Der Kommentar Pragmatik ist gefragtvon Christian Kolletzki |
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Künftig ist im kleinen Argestorf erst recht kein Platz mehr für Parteienpolitik und Egomanien. Mit Yorck Heerhorst und Friedrich Herbst verliert der Ortsrat 24 Jahre kommunalpolitischer Erfahrung – und schrumpft auf vier Mitglieder. Die Mehrheit der SPD ist verloren; sie sitzt der CDU nun auf Augenhöhe gegenüber. Pragmatik und Kompromissbereitschaft sind jetzt auf beiden Seiten noch stärker gefragt als zuvor. Den Argestorfer Einwohnern ist nicht geholfen, wenn sich der Ortsrat mit Pattsituationen in die politische Handlungsunfähigkeit manövrieren würde. |
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