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Deister-Leine-Zeitung, 25.10.2004 Noltemeyer: „Auf dieses Werk können wir stolz sein“Mundloch am Mögebierstollen saniert / Gestern EinweihungArgestorf (fa). Die Forstgenossenschaft Wennigsen-Argestorf und der Dorfbeirat haben während der Sommermonate in teilweise mühevoller Arbeit den Eingang des Unteren Deisterstollens rekonstruier. Gestern stellten die beiden Gruppierungen stolz ihr Werk der Öffentlichkeit vor.
Florian und Julian Felsen dürfen das neue Mundloch enthüllen (oben). Friedrich Noltemeyer und Christoph von Mengersen (Kasten von links) stoßen auf die Fertigstellung an. Fotos: Fabich „Auf dieses Werk können wir alle stolz
sein, denn wir haben gemeinsam etwas geschaffen“, betonte Friedrich
Noltemeyer, amtierender Vorsitzender der 1754 gegründeten
Forstgenossenschaft, die mit dieser Aktion ihr Jubiläumsjahr beendete.
Den ganzen Sommer über hatten Helfer beider Gruppierungen zahlreiche
Arbeitseinsätze abgeleistet, um das Mundloch auch zum Unteren
Deisterstollen, im Volksmund kurz Mögebierstollen genannt, neu
herzurichten.
Die Voraussetzungen dazu hatte Florian Felsen geschaffen, der bei
seinen Exkursionen zufällig auf das Gitter des Mundlochs gestoßen war.
Im Dorfbeirat keimte sofort die Idee auf, diesen Zugang herzurichten,
die Forstgenossenschaft als Grundeigentümer sagte sofort ihre Unterstützung
zu.
Doch schon zum Auftakt galt es diverse Schwierigkeiten zu bewältigen.
„Wir mussten erst den Zugang freilegen und das alte Abwassersystem in
Gang bringen, damit wir nicht im Schlamm des Grubenwassers versinken“,
berichtete Christoph von Mangersen vom Dorfbeirat.
Erst diverse Arbeitseinsätze später erreichten die Helfer das
eigentliche Mundloch, das sie durch ein Betongewölbe schützten und mit
Klinkern ausmauerten. Noltemeyer: „Sandsteine wären zu teuerund nicht
stilecht gewesen.“ Die intensiven Arbeiten endeten erst im Laufe
dieser Woche mit der Restaurierung des Original-Absperrgitters.
Gestern nun feierten Dorfbeirat und Forstgenossenschaft die
offizielle Einweihung mit einer kleinen Feierstunde und einer
Waldandacht mit Pastor Dirk Steffens. Das Interesse der Bevölkerung überraschte
dabei alle Beteiligten, denn statt der erwarteten 30 bis 40
Schaulustigen machten sich weit über 100 zu Fuß, mit Fahrrädern oder
bequem mit Treckergespannen auf den langen Weg.
Ähnliche Strapazen mussten bis Mitte der Zwanziger Jahre auch die
Bergleute auf sich nehmen. Statt aber wie gestern vor den Mundlöchern
der Stollen zu feiern, mussten sie weit in den Berg hinein kriechen, um
das Grubengold zu fördern.
Ähnlich wie im Ruhrgebiet, nur in viel kleineren Dimensionen, hatte
der Kohlebergbau oberhalb Wennigsens einen maßgeblichen Anteil an der
wirtschaftlichen Entwicklung der Ortschaften.
Im Möbebierstollen, der seinen Beinamen dem Wennigser Unikum
Heinrich Nonnenkamp verdankt, stand die Ausbeute bereits Mitte der
Zwanziger Jahre in keinem sinnvollen Verhältnis mehr zu den Kosten, so
dass der Betrieb eingestellt wurde. Nach dem letzten Weltkrieg kam noch
einmal Leben in den Berg - knapp ein halbes Jahr wurde Kohle gefördert,
um die Menschen über den Winter zu bringen. Fotos: Fabich |